BBNE-Berufliche Bildung für nachhaltige Entwicklung

Kooperationsprojekt der Rolf-Benz-Schule und der Universität Heidelberg im Fachbereich Holztechnik – Ausbildungsberuf „Schreiner“

Die zivilisatorischen Einflüsse auf unsere Umwelt werden nahezu täglich in den Medien thematisiert und stellen unbestritten eine große Herausforderung für die Gestaltung unserer Zukunft dar. In diesem Zusammenhang ist ein nachhaltiges Handlungsprinzip der Menschen in ihren gesellschaftlichen Systemen unabdingbar: Heute nicht auf Kosten von morgen leben!

Das Schreinerhandwerk stellt mit der Auswahl der eingesetzten Werkstoffe und der Produktionsabläufe einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung dar. Die Auszubildenden der Rolf-Benz-Schule konnten hierzu durch die Teilnahme an einem Kooperationsprojekt mit dem Institut für Geographie & Geokommunikation der Universität Heidelberg einen wichtigen Einblick in diese Zusammenhänge gewinnen. Im Rahmen der Lernortkooperation zwischen Berufsschule und den Ausbildungsbetrieben gestalten, planen und bauen die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres ein Einzelmöbel. Am 19.05.2025 war dann die Universität Heidelberg mit Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern an der Rolf-Benz-Schule in der Schreinerabteilung zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schülern den CO2-Fußabdruck ihres Möbelstücks zu ermitteln.

Zuerst einmal musste der Bezugsort der Werkstoffe geklärt werden, um die Transportwege in die Berechnung einfließen zu lassen. Dazu haben die Schülerinnen und Schüler ein Storytelling ihres Möbelstücks erstellt. Ein Möbelstück wurde beispielsweise mit Holz aus dem eigenen Wald in direkter Nähe zum Produktionsstandort gebaut, für ein anderes Möbelstück hingegen wurde Holz aus der sibirischen Taiga verwendet. Die digitale Ausstattung als Tabletklasse war an dieser Stelle von großem Vorteil, da die Transportwege der Möbelstücke über die digitale Projektionsfläche direkt visualisiert werden konnten. Zusammen mit den Arbeitsstunden zur Herstellung der jeweiligen Möbelstücke konnte dann ein überschlägiger CO2-Fußabdruck berechnet werden. Bemerkenswert an dieser Stelle war die gewonnene Erkenntnis, dass die Wahl der Werkstoffe einen entscheidenden Einfluss auf die Umweltbelastungen hat. Die Schülerinnen und Schüler sind somit nachdenklich aus dem Unterricht herausgegangen und werden zukünftig entsprechende Überlegungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten in ihr Handeln einfließen lassen.

Der Kooperationstag war von der Universität Heidelberg sehr gut vorbereitet, so dass die Schülerinnen und Schüler aktiv und zielgerichtet ihre Möbelstücke bearbeitet haben. Im kommenden Schuljahr soll der Kooperationstag unbedingt wiederholt werden und auch auf die Raumausstatter ausgeweitet werden.

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