Gwerbliche Schule Nagold

1-jähr. Berufsfachschule / 1BFS / Holztechnik

Berufsbild Schreiner / Tischler
sowie Fachpraktiker für Holzverarbeitung und Holzmechaniker
Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick: Tischler/innen stellen Produkte aus Holz, Holzwerkstoffen und anderen Materialien her, z.B. Schränke, Regale, Kommoden oder Tische. Der Werkstoff Holz ist ein Stück Natur, zu dem der Mensch eine ursprüngliche Beziehung hat und der wegen seiner Schönheit begeistern kann.
Tischler/Schreiner/innen be- und verarbeiten verschiedene Werkstoffe mit einer Vielzahl unterschiedlicher Techniken. Sie führen beispielsweise Furnierarbeiten aus, behandeln die Holzoberflächen durch Schleifen oder Hobeln und verbinden die einzelnen Teile durch Schrauben oder Leimen. Sie fertigen und montieren auch Messe-, Laden-, Büro- und Gaststätteneinrichtungen, also Einbauschränke, Raumteiler, Wand- und Deckenverkleidungen. Auf Baustellen setzen sie Fenster, Treppen und Türen ein. Oft handelt es sich dabei um Einzelanfertigungen im Kundenauftrag nach eigenen oder vorgegebenen Entwürfen. Außerdem sind die Fachkräfte nicht nur mit Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten unter Beachtung der Bauart und des Baustils der Möbelstücke beschäftigt, sondern auch mit Restaurierungsarbeiten. Sie erledigen auch vorbereitende Arbeiten wie Kundenberatung, Materialeinkauf und -lagerung und CNC-Programmierung. Des Weiteren sind sie für die Werkzeugpflege und die Bedienung und Wartung der verwendeten Maschinen zuständig.
Ihren Arbeitsplatz haben Tischler/innen in kleinen und mittleren Handwerksbetrieben, z.B. in Bau- und Möbeltischlereien, Fensterbaubetrieben und bei Innenausbaubetrieben. Aber auch in großen Möbelfabriken, die insb. Büroausstattungslinien oder Küchenserien fertigen. Dort sind sie in der Werkstatt, aber auch auf Baustellen und im Büro tätig. Und natürlich auch in Massivholz-Schreinereien, die sich speziell dem ökologischen Möbel- und Innenausbau verschrieben haben.
Die Beliebtheit der Ausbildung resultiert aus der Mischung zwischen traditionellen und modernen Ausbildungsinhalten und dem breiten Spektrum der Möbel und Innenausbauten. Die Ausbildung zum Tischler/in ist eine gute Grundlage für ein Studium der Architektur, insb. der Vertiefung Innenarchitektur oder des Möbeldesigns.

Beispiele


Das erste Jahr der Berufsausbildung
In Baden-Württemberg ist das erste Ausbildungsjahr zum Schreiner /Tischler in der Regel die Ausbildung in der einjährigen Berufsfachschule Holztechnik, so auch in Nagold.
Die Einjährige Berufsfachschule Holztechnik ist eine Vollzeitschule, die in Zielen und Lerninhalten dem ersten Ausbildungsjahr zum Ausbildungsberuf Schreiner/Tischler entspricht und als 1. Lehrjahr anerkannt wird. Ein wöchentlicher Betriebstag ist im Stundenplan vorgesehen um den betrieblichen Alltag kennen zu lernen.
Im Wechsel von theoretischer Ausbildung, Werkstattunterricht und Betriebstagen vermittelt die 1BFS Holztechnik (1BFZ) die praktischen und theoretischen Grundlagen des Berufes Schreiner bzw. Holzmechaniker. Auch die Zusatzqualifikation zur CAD/CNC-Fachkraft beginnt schon im ersten Jahr. In die schulische Ausbildung integriert sind die ersten über-betrieblichen Ausbildungen der Maschinenkurse, die in den Werkstatträumen der Schreiner in der Schule stattfinden.  
Die Holztechnik-Werkstätten der Gewerblichen Schule Nagold sind mit modernen Maschinen und Einrichtungen ausgestattet. Ein vielfältiger Maschinenpark aus Kreissägen, Hobel-, Fräs- und Schleifmaschinen, ergänzt durch berufstypische Maschinen wie Furnierpresse, Kantenanleim-, Vierkantfräs- oder Plattenaufteilsäge sowie einen Lackierraum. Und fast einen ganzen Werkstattraum einnehmend die CNC-Anlage mit den Computerarbeitsplätzen. Ergänzt durch das mobile Sägewerk ist es unseren Schreiner-Auszubildenden möglich, den Herstellungsprozess eines Möbels vom Baumstamm über das Brett bis zum fertigen Möbel zu durchlaufen.
Am Ende des Berufsfachschuljahres legen die angehenden Schreiner im fachpraktischen Bereich eine Prüfung ab und wechseln nach bestandener Prüfung ins zweite Ausbildungsjahr.

 

Aufnahmebedingungen
a) Abschluss einer weiterführenden Schule z.B.
•    Hauptschul- / Werkrealschulabschluss
•    Abschluss eines Berufsvorbereitungsjahres
•    Realschulabschluss
b) Die Berufsfachschüler müssen einen Vertrag mit dem Ausbildungsbetrieb geschlossen haben. Dies kann ein Praktikumsvertrag sein, welcher den wöchentlichen Betriebstag regelt oder ein Vorvertrag sein. Der Vorvertrag beinhaltet dabei schon die Ausbildungsplatzzusage,  dass mit Bestehen der einjährigen Berufsfachschule der Schüler ins zweite Lehrjahr übernommen wird.
c) Wie in jeder anderenen Berufsausbildung wird empfohlen, sich schon vor Eintritt in die Gewerbliche Schule ärztlich untersuchen zu lassen (kostenlos). Dadurch wird sichergestellt, dass der angestrebte Beruf ohne gesundheitliche Bedenken aufgenommen werden kann.

 

Ausbildungsvergütung
Die einjährige Berufsfachschule Holztechnik ist eine Vollzeitschule, dennoch wird für den wöchentlichen Betriebstag von den Praktikums-/Ausbildungs-Betrieben ein kleiner Tageslohn bezahlt. Im zweiten und dritten Lehrjahr wird wie in der Dualen Ausbildung üblich die Ausbildungsvergütung bezahlt.


Auskünfte

Rolf-Benz-Schule
Gewerbliche Schule Nagold
Max-Eyth-Str. 23
72202 Nagold
Telefon: 07452 / 83 78 310
Fax:07452 / 83 78 360
E-mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.